Winterschnittkurs auf der städtischen Streuobstwiese im Hirschfeld

Der Obst- und Gartenbauverein Bettringen hatte zum traditionellen Schnittkurs mit Kreisfachberater Franz Josef Klement eingeladen. Vorstand Suitbert Geiger konnte viele Hobbygärtner auf der städtischen Streuobstwiese im Hirschfeld begrüßen.

Als erster Programmpunkt wurde ein Apfelbäumchen gesetzt. Klement und Geiger erläuterten, was man beim Setzen alles beachten muss. Bester Zeitpunkt: November bis März. Das Pflanzloch sollte groß sein, damit lockerer Boden die Wurzeln umgibt, und diese genügend Sauerstoff für den Wachstumsprozess erhalten. In Bettringen gibt es vielerorts ein Problem: „Letten“, wasserundurchlässige Erdschichten, welche die Ursache für Wurzelfäulnis sind. Die Lösung: Bäumchen höher einsetzen und Erde anhäufeln. Die Veredelungsstelle sollte eine Handbreit über der Oberfläche sein. Das Bäumchen wird für ca. 2 Jahre mit einem Pfahl stabilisiert, der in der Regel auf der Westseite des Stammes angebracht und mit einer Hanfschnur (in Achterschleife) fixiert wird. Eine Hanfschnur verwittert und schneidet nicht in die Rinde während des Wachstums ein. Die Krone wird nach dem Pflanzen sofort bis ins untere Drittel auf drei Hauptäste zurückgeschnitten. Zum Abschluss wird kräftig angegossen. In trockenen Sommern sollten nach drei Wochen Trockenperiode die Bäume mit 50l Wasser bewässert werden.

Ein Ärgernis in vielen Gärten : Wühlmäuse. Es wurden verschiedene Arten von Wühlmausfallen vorgestellt und darauf hingewiesen, dass es beim Eingraben von Drahtgittern Probleme für das Wurzelwachstum geben kann, wenn diese Drahtgitter nicht rechtzeitig zerfallen.

Zweiter Programmpunkt: Schneiden aller noch jungen Bäumchen auf der Städtischen Streuobstwiese durch die Kursteilnehmer unter Anleitung der Fachberater unter dem Motto: „Man lernt am besten, wenn man es selber ausprobiert“. Klement erläuterte, dass unsere „Hochleistungsbäume“ geschnitten werden müssen. Dann könnten diese auch ein Alter von bis zu 120 Jahren erreichen. Prinzip: Erziehung zum „System Obstbaum“ mit einer Mitte und drei Hauptästen. In den ersten 5 Jahren müssten jährlich die Erziehungsschnitte erfolgen. Die drei Hauptäste werden immer auf eine gemeinsame Höhe („Waage“) zurückgeschnitten. Dann erhalte man einen stabilen Baum mit klaren Strukturen, ein System zu Obstgewinnung. Er betonte, dass unsere Streuobstwiesenkultur ein Ökosystem für viele Tiere darstelle. Streuobstwiesen sind ein Teil unserer Europäischen Kulturlandschaft.