Ein Baum, der gestützt werden muss, ist falsch geschnitten

„Willkommen zum Hitzeschnittkurs“, begrüßte Vorstand Suitbert Geiger rund 40 Teilnehmer zum Sommerschnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins Bettringen am 27. Juli.

Vor dem Schnittkurs wurde den Anwesenden der Festwagen vorgestellt, mit dem der Obst- und Gartenbauverein an der Bettringer 800Jahr-Feier im September teilnehmen wird. Letzte Einzelheiten für die Verkleidung des Festwagens wurden Einzelheiten besprochen und die Umsetzung vorbereitet.

Der  Garten von Karl Nuding mitten in Unterbettringen bot den Besuchern ein Bild wie viele andere Gärten in diesem Jahr: jeder Baum war üppig mit Obst behangen und die Äste bogen sich unter der Last der Früchte. Viele Äste waren abgestützt. An einem alten Apfelbaum war sogar ein großer Ast geschlitzt und auf den Boden gekippt. „Die Rinde ist noch dran, also wird der Ast versorgt“, urteilte Fachberater Franz-Josef Klement und empfahl, die Früchte reifen zu lassen und den Ast erst nach der Ernte zu entfernen.  

Wenn man einen Baum stützen müsse, sei er falsch geschnitten, sagte Franz Josef Klement zu den Teilnehmern. Meist sei dies die Folge von zu lang gewachsenen Leitästen, die in der Folge zu lang und zu dünn werden und deshalb die Last der Früchte nicht tragen können.

Im Fokus des Sommerschnitts stand diesmal ein Apfelbaum, dessen Leitäste im letzten Jahr stark gekürzt und im Frühjahr nachbehandelt worden waren. Klement lichtete die üppigen Neutriebe an dem Hochstamm aus und entfernte die Konkurrenztriebe zu den Leitästen. Kürzungen an den Leitästen nahm er nicht vor, denn dies sei Aufgabe beim Winterschnitt.

Wie schon in den letzten Jahren waren auf dem Hof von Karl Nuding einige Schrannen aufgebaut worden. Im Schatten unter den großen Walnussbäumen saßen die Teilnehmer des Schnittkurses noch eine ganze Weile gemütlich zusammen, ließen sich kühle Getränke und ein zünftiges Vesper schmecken und genossen das abendliche Sommerwetter.

H. Ocker